Von Geschenken, Kinderbilder und Bastelarbeiten
Wie Familien selbst gemalte Bilder, Bastelarbeiten und kleine Erinnerungsstücke wertschätzen können, ohne dass sich alles zu Hause ansammelt.
Das selbst gemalte Bild aus der Kita, die gebastelte Laterne, das kleine Geschenk zum Muttertag oder die liebevoll gestaltete Geburtstagskarte – Kinder bringen viele wunderbare Dinge mit nach Hause oder fertigen sie eigens für ihre Familien an.
Oft steckt in diesen kleinen Kunstwerken ganz viel Begeisterung, Mühe und Zuneigung. Natürlich möchten wir sie wertschätzen und am liebsten alle aufbewahren.
Doch irgendwann stellt sich die Frage: Wohin damit?
Denn über die Jahre sammeln sich zahlreiche Bilder, Bastelarbeiten und kleine Geschenke an. Schubladen werden voller, auf Regalen stehen immer mehr Erinnerungsstücke und am Kühlschrank ist längst kein Platz mehr für neue Bilder.
Dabei gibt es schöne Möglichkeiten, Kinderkunst einen besonderen Platz zu geben, ohne alles dauerhaft aufbewahren zu müssen.
Eine kleine Galerie für große Kunstwerke
Eine meiner Lieblingsideen ist eine kleine Wechselausstellung für Kinderkunst.
Dafür braucht es gar nicht viel: Eine Bilderleiste, eine Pinnwand oder eine gespannte Schnur mit Klammern reichen völlig aus.
Hier können ausgewählte Bilder und Bastelarbeiten ihren Platz finden. Sie werden sichtbar, können bewundert werden und bekommen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.
Nach einiger Zeit werden die Werke durch neue ersetzt.
Besonders schön ist es, wenn die Kinder selbst mitentscheiden dürfen, welche Bilder gerade ausgestellt werden und welche einem neuen Kunstwerk Platz machen.
So entsteht eine kleine Galerie, die sich immer wieder verändert und mit den Kindern mitwächst.
Besondere Erinnerungen in einer Kiste bewahren
Natürlich gibt es Kunstwerke und kleine Geschenke, von denen wir uns nicht trennen möchten.
Vielleicht ist es das erste selbst gemalte Familienbild, eine besonders schöne Laterne oder eine kleine Karte mit den ersten geschriebenen Worten.
Für solche Schätze bietet sich eine persönliche Erinnerungskiste an.
Darin können besonders lieb gewonnene Bilder, Bastelarbeiten und andere kleine Erinnerungsstücke ihren Platz finden.
Wichtig ist mir dabei, dass nicht einfach Erwachsene entscheiden, was aufgehoben wird und was wegkommen darf. Auch Kinder haben ihre eigenen Vorstellungen davon, welche Werke ihnen besonders viel bedeuten.
Gemeinsam auszuwählen kann deshalb zu einem schönen Ritual werden. Vielleicht entdeckt ihr dabei sogar Erinnerungen wieder, über die ihr miteinander ins Gespräch kommt.
Und wenn ein Kunstwerk sehr groß oder empfindlich ist, kann manchmal auch ein Foto helfen, die Erinnerung daran zu bewahren.
Nicht alles muss für immer bleiben
Gerade bei selbst gemachten Geschenken fällt es uns Erwachsenen manchmal schwer, etwas auszusortieren.
Schließlich hat sich das Kind Mühe gegeben und uns damit eine Freude machen wollen.
Doch müssen wir wirklich jedes einzelne Bild und jede Bastelarbeit dauerhaft behalten, um diese Freude wertzuschätzen?
Ich finde, wir dürfen hier liebevoll und gleichzeitig ganz praktisch denken.
Ein Kunstwerk kann für eine bestimmte Zeit einen Ehrenplatz bekommen. Wir können es gemeinsam anschauen, uns darüber freuen und darüber sprechen, wie es entstanden ist.
Und irgendwann darf es vielleicht auch einem neuen Werk Platz machen.
Das bedeutet nicht, dass die Freude darüber weniger wert war.
Es geht nicht darum, möglichst wenig zu besitzen oder Erinnerungen wegzuwerfen. Vielmehr dürfen Familien bewusst entscheiden, welchen Dingen sie Raum geben möchten.
Denn ein Zuhause soll kein Museum sein, in dem jedes Erinnerungsstück für immer erhalten bleiben muss. Es darf sich verändern – genauso wie die Menschen, die darin leben.
Nicht die Menge der Dinge macht Erinnerungen wertvoll, sondern die Geschichten, die damit verbunden sind.
Einfach ausprobieren!
- Kleine Galerie: Eine Wand, Bilderleiste oder Pinnwand für wechselnde Kinderkunst reservieren.
- Erinnerungskiste: Besonders wertvolle Kunstwerke und kleine Geschenke gemeinsam auswählen und aufbewahren.
- Erinnerungen fotografieren: Große oder empfindliche Bastelarbeiten fotografieren, wenn sie nicht dauerhaft aufbewahrt werden können.
Gemeinsam zurückblicken: Die Erinnerungskiste gelegentlich zusammen anschauen und die Geschichten hinter den kleinen Schätzen wiederentdecken.